Im LiNo: Norddeutsche Geschichten treffen Swing

 

V o n   M i r j a m   K r ü c k e n

 

 

Hildesheim. Caroline Kiesewetter, Musikerin, Schauspielerin und Synchronsprecherin, ist eine norddeutsche Frohnatur. Als die Hamburgerin am Samstagabend zusammen mit Jazz-Gitarrist Jochim Scheel die Bühne des gemütlichen LitteraNova betritt, strahlen ihre dunklen Augen mit ihrem feuerroten Paillettentop um die Wette.

Das LitteraNova ist voll. Kiesewetter begrüßt das Publikum mit einem bezaubernden Lächeln: „Wir spielen heute Leises und Lautes, Langsames und Schnelles ... Es ist alles möglich heute, Hauptsache, ihr habt Spaß.“

Kiesewetter trinkt zwischendurch Bier und schnappt sich scherzhaft auch die Flasche ihres Bühnenpartners, denn einer muss ja weiterspielen. Sie versprüht gute Laune mit ihrer schönen warmen Stimme und ihrer freundlichen, aufgeschlossenen Art. Heute hat Caroline Kiesewetter, die unter anderem auch Klavier und Schlagzeug spielen kann, ein rotes Kinderakkordeon mitgebracht und außerdem ein ganzes Sammelsurium verrückter Schüttelinstrumente. Denn der Apfel und die Banane, die neben ihr auf einem kleinen Tisch liegen, sind gar keine Pausenverpflegung, sondern witzig gestaltete Rasseln.

Kiesewetter ließ sich für das vielfältige Programm, in dem norddeutsche Strandgeschichten auf südländischen Swing treffen, vor allem von der italienischen Sängerin Caterina Valente inspirieren, die ihr Bühnenpartner Jochim Scheel jahrelang begleitet hat. Als Kiesewetter die Musik von Caterina Valente hörte, habe sie sich gefragt, ob das auch mit deutschen Texten klappen könne. Der Abend im LitteraNova beweist: Es klappt und es klingt sehr gut.

Caroline Kiesewetter brennt für das, was sie tut. Die „Mal laut, mal leise“- Tour ist ein Herzensprojekt von ihr, das ihr sichtlich Spaß macht. Und dem Publikum auch.

„Die Hitze, die ich hab, genügt mir total“, singt Kiesewetter. Und: „Meine Liebe hält mich warm.“ Liebe ist sowieso das Hauptthema des Abends. In den Liedern geht es um Männer, die frau gerne um sich hat und um Männer, die sich schleunigst wieder aus dem Staub machen sollten.

Nach der kurzen Pause verteilt Kiesewetter Schüttelinstrumente im Publikum und wer keines hat, klatscht mit oder wird kreativ: Pfefferminzdosen und Streichholzschachteln werden spontan zu Rasseln umfunktioniert.

Den „Itsy bitsy Honolulu Strand-Bikini“ und andere Lieder kennen einige hier noch aus Jugendzeiten; es gibt viel Applaus. Nach knapp zwei Stunden inklusive Zugaben verabschiedet sich das Duo und hat die Besucher des LitteraNova erfolgreich mit seiner guten Laune angesteckt.

Wer Kiesewetter (noch einmal) live und in Farbe erleben möchte, kann sie als Diana in dem Stadttheater-Musical „Fast normal“ sehen.


 

Quelle: Hildesheimer-Allgemeine-Zeitung, 26. Mai 2014lino