Pressespiegel

4CousticColours spielen im LitteraNova zeitlose Hits / Feel-Good-Klänge für das Wochenende

v o n   J u l i a   F i s c h e r

HILDESHEIM. Kein anderer Refrain als „Just enjoy the show!“ könnte das Publikum im LitteraNova besser auf das einstimmen, was 4CousticColors (4CC) an diesem Abend zu bieten haben. Mit „The show“ von Lenka und einer vor guter Laune strahlenden Carolin Römer am Mikro präsentieren sich 4CC an diesem warmen Abend im gut besuchten Kellerclub. Die Band, bestehend aus Römer (Gesang), Stefan Räuschel (Bass und Gesang), Ralf Dittrich (Schlagzeug) und Michael Fanger (Gitarre, Gesang) nehmen die Zuhörer mit auf eine akustische Reise zu allseits bekannten Hits von Norah Jones über TLC bis hin zu Jimi Hendrix und überraschen auch mit Indie-Folk von Mumford &Sons.

Die zeitlose musikalische Mischung kommt frisch interpretiert daher, was den drei so unterschiedlichen Stimmen des Quartetts zu verdanken ist. Der Grundton der Stücke ist impulsiv, kraftvoll und manchmal auch etwas romantisch, eine gute Mischung von allem. Gleich der zweite Song ist einer der wohl am meisten gecoverten Hits der modernen Musikgeschichte: „Billy Jean“ von Michael Jackson. Fanger, der Mitglied in unterschiedlichen Bands wie The Blues Guys & the Guinness Horns sowie auch als Solokünstler aktiv ist, bietet die Zeilen mit einer starken Soul-Stimme dar.

Fangers markante Samtstimme, Römers stets bemüht lebensfroher Gesang sowie das Funkeln in ihren Augen und das flotte Spiel der Musikerkollegen im Hintergrund schaffen eine Mischung aus Pop, Rock und Funk, die kaum jemanden im Publikum auf seinem Stuhl sitzen lässt. Die Beats gehen in die Beine und alles steht, wippt und groovt mit. Die Musiker haben sichtlich Spaß an der Sache, strahlen vor lauter Spielfreude zumeist übers ganze Gesicht und werden auch nicht müde, jeden Song mit einer kleinen Anekdote oder einer Erklärung des Inhalts einzuführen.

Einen Höhepunkt hat sich die Band für die zweite Hälfte des Abends aufgehoben. Römer und Drummer Dittrich räumen das Feld, Bassist Stefan Räuschel tritt in den Vordergrund. Als der Mann mit kahl rasiertem Kopf und im Muscle- Shirt, das seine kleinen Tattoos am Oberarm freigibt, die ersten Töne auf seiner Mundharmonika in den Raum aussendet, stellen sich vielen Anwesenden die Nackenhaare auf.

Räuschel kam bei den vorherigen Stücken bloß als Background-Sänger zum Einsatz, doch nun überrascht er das Publikum mit seiner Version von „Love will keep us alive“ von den Eagles, bei der seine Stimme, die sehr an Sting erinnert, die Stimmung im Raum mit hundert Prozent Emotion auflädt. Sein verdientes Lob in Form von überbordendem Applaus nimmt er mit einem verschmitzten Lächeln an, bevor er wieder seinen Platz am rechten Bühnenrand einnimmt und so das Feld für Römer räumt.

Auch wenn Römer sozusagen als Frontfrau im Mittelpunkt der Bühne sowie vieler Songs steht, so bildet doch Fanger das Herzstück der Band. Sein Gesang und sein Gitarrenspiel sind bis ins kleinste Detail stark und einnehmend, sein Auftreten charismatisch und von einer selbstbewussten Lässigkeit. Immer wieder lässt er den Funken beim Publikum überspringen. Nach vielen Songs und einem langen Abend wischt er sich den Schweiß seiner gelockten Mähne ungeniert in seine Hemdsärmel. Was für ein Kerl.

Auch wenn 4CousticColors keine eigenen Songs spielen, so haben ihre stets groovenden Interpretationen doch genau das erzielt, was sich die meisten Besucher eines Konzerts an einem Freitagabend wünschen – die Gedanken aus dem Alltag abholen und mit Feel-Good-Klängen ins Wochenende entführen.

 

Quelle: Hildesheimer-Allgemeine-Zeitung, 28. April 2014footer